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Überblick

Solar-Armbanduhren bei ALTHERR

Solaruhren nutzen in das Zifferblatt oder unter das Saphirglas integrierte Photovoltaikzellen, um natürliches und künstliches Licht in elektrische Energie umzuwandeln. Ein wiederaufladbarer Akkumulator speichert diese Energie und versorgt das quarzgesteuerte Werk über Monate hinweg, auch wenn die Uhr längere Zeit keinem Licht ausgesetzt ist. Das Grundprinzip ersetzt die herkömmliche Einwegbatterie durch eine lichtgespeiste Energiequelle und reduziert damit sowohl den Wartungsaufwand als auch den Verbrauch von Verbrauchsmaterial. Bei ALTHERR sind Solaruhren von drei Schweizer Herstellern erhältlich: Tissot, TAG HEUER und Cartier. Jede dieser Marken verfolgt einen eigenen technischen und gestalterischen Ansatz bei der Integration von Solartechnologie in ihre Uhren.

Hintergrund und Entwicklung der Solartechnologie in der Uhrmacherei

Die naturwissenschaftliche Grundlage für die elektrische Nutzung von Licht legte der französische Physiker Alexandre Edmond Becquerel, der 1839 den photoelektrischen Effekt entdeckte, also die Beobachtung, dass Lichteinfall auf bestimmte Materialien einen Stromfluss erzeugen kann. Den Durchbruch für praxistaugliche Solarzellen brachte das Jahr 1954, als Forschende der Bell Laboratories in den USA an Silizium-Proben feststellten, dass eine gerissene Probe bei Lichteinfall Strom erzeugte. Nachdem Seiko im Dezember 1969 mit der Quartz Astron 35SQ die erste kommerzielle Quarzuhr vorgestellt und damit die Grundlage für alle quarzgesteuerten Zeitmesser geschaffen hatte, kam 1972 mit der Synchronar die erste Solaruhr auf den Markt.

Die frühen Solaruhren der 1970er-Jahre waren technisch pionierhaft, gestalterisch jedoch wenig ausgereift. Sichtbare Solarpaneele und rein funktionale Gehäuse prägten das Erscheinungsbild. Erst durch moderne Fertigungsverfahren und lichtdurchlässige Werkstoffe gelang es den Herstellern in den folgenden Jahrzehnten, Solarzellen so in das Zifferblatt zu integrieren, dass sie von außen kaum noch erkennbar sind. Heutige Solaruhren sind äußerlich kaum von konventionellen Quarz- oder Mechanikuhren zu unterscheiden.

Funktionsweise von Solaruhren

Im Inneren einer Solaruhr befinden sich dünne Photovoltaikzellen, die meist unter dem Zifferblatt oder direkt unter dem Saphirglas angeordnet sind. Diese Zellen wandeln einfallendes Licht in Gleichstrom um, der über ein elektronisches Lademanagement an einen wiederaufladbaren Akkumulator weitergeleitet wird. Dieser Akkumulator, in der Regel eine spezialisierte Lithium- oder Nickel-Metallhydrid-Zelle, speichert die gewonnene Energie und gibt sie gleichmäßig an das quarzgesteuerte Uhrwerk ab. Ein Quarzoszillator übernimmt die Gangregulierung und sorgt für die Genauigkeit, die von konventionellen Quarzwerken bekannt ist.

Die Ladegeschwindigkeit hängt von der Lichtquelle ab. Direktes Sonnenlicht lädt den Akkumulator am schnellsten, während Kunstlicht in Innenräumen deutlich weniger Energie liefert, aber bei den meisten modernen Kalibern dennoch ausreicht, um den laufenden Betrieb aufrechtzuerhalten. Wie lange eine Solaruhr ohne jegliche Lichtexposition funktioniert, wird als Dunkelgangreserve bezeichnet und variiert je nach Kaliber und Hersteller erheblich, reicht aber von einigen Monaten bis zu mehreren Jahren. Einige Werke verfügen über einen Energiesparmodus, in dem bestimmte Funktionen wie die Zeigerbewegung vorübergehend eingestellt werden, um die Laufzeit zu verlängern. Der Akkumulator selbst kann nach vielen Jahren an Kapazität verlieren, was dann einen Serviceeinsatz erfordert, der allerdings seltener und in der Regel günstiger ausfällt als der regelmäßige Batteriewechsel bei herkömmlichen Quarzuhren.

Tissot, TAG HEUER und Cartier – drei Ansätze im Vergleich

Tissot, 1853 in Le Locle gegründet, betrat das Feld der Solartechnologie 2014 mit der T-Touch Expert Solar, die erstmals die hauseigene Touchscreen-Technologie mit photovoltaischer Energieversorgung kombinierte. 2020 folgte die T-Touch Connect Solar, eine vernetzte Uhr auf dem energiesparenden Betriebssystem SwALPS, das von der Swatch Group in Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum CSEM vollständig in der Schweiz entwickelt wurde.





Im März 2025 präsentierte Tissot die PRC 100 Solar und führte damit die Lightmaster-Solartechnologie ein. Das Kaliber F06.615 positioniert mikroskopisch kleine Solarzellen mit Wabenstruktur nicht unter dem Zifferblatt, sondern unter dem Saphirglas. Das einfallende Licht wird so absorbiert, ohne das gestalterische Erscheinungsbild des Zifferblatts zu beeinträchtigen. Die Energieübertragung an das Quarzwerk erfolgt über einen im Gehäuse integrierten Zebra-Anschluss. Eine EOE-Funktion signalisiert den Ladebedarf, indem der Sekundenzeiger nur noch alle vier Sekunden springt. Die PRC 100 Solar ist in 39 mm und 34 mm erhältlich, mit Ausführungen in gebürstetem und poliertem 316L-Edelstahl, schwarzer oder goldfarbener PVD-Beschichtung sowie auf Edelstahl- oder Lederband. Die 39-mm-Version misst 9,22 mm in der Höhe bei 46 mm Horn-zu-Horn-Abstand und ist mit der zwölfeckigen Lünette ausgestattet, die die PRC-100-Reihe seit Mitte der 2000er-Jahre prägt. Super-LumiNova auf Zeigern und Indizes sorgt für Ablesbarkeit bei schwachem Licht. Die Wasserdichtigkeit liegt bei 100 Metern, ebenso wie bei der T-Touch Connect Solar mit ihrem antimagnetischen Titangehäuse, der Keramiklünette und dem taktilen Saphirglas. Die kompaktere T-Touch Connect Sport mit 43,75-mm-Gehäuse ist bis 50 Meter wasserdicht. Eine volle Ladung der PRC 100 Solar reicht für 14 Monate Betrieb in Dunkelheit, wobei bereits zehn Minuten Tageslicht für 24 Stunden Energieversorgung genügen und eine vollständige Aufladung bei direktem Sonnenlicht etwa sechs Stunden dauert. Wenn du dich weiter zur PRC 100 Solar informieren willst, empfehlen wir dir unseren dazu passenden Magazinbeitrag „Tissot PRC 100 Solar: Ein spannendes Kapitel beginnt“.

TAG HEUER, 1860 von Édouard Heuer in Saint-Imier gegründet, führte 2022 mit der Aquaracer Professional Solargraph das erste solarbetriebene Quarzmodell der Marke ein. Die Aquaracer-Linie existiert seit 2004 als Toolwatch im Portfolio. Das Kaliber TH50-00, gemeinsam mit der Manufaktur La Joux-Perret in La Chaux-de-Fonds entwickelt, kommt in der 40-mm-Aquaracer Professional 200 Solargraph sowie in der im April 2025 vorgestellten Formula 1 Solargraph zum Einsatz. Das Zifferblatt ist getönt, aber ausreichend transparent, um genügend Licht an den dahinterliegenden Akkumulator durchzulassen. Für die 34-mm-Modelle wird das Kaliber TH50-01 verwendet, für die 28-mm-Ausführungen das TH51-00. Die 40-mm-Aquaracer nutzt ein Gehäuse aus sandgestrahltem Grad-2-Titan mit einer dodekagonalen Lünette, deren erhabene Griffsegmente, die sogenannten Riders, das Drehen erleichtern. Die Formula 1 Solargraph in 38 mm setzt dagegen auf TH-Polylight, ein hauseigenes Verbundmaterial, das kratzfest und besonders leicht ist. Beide Linien sind mit verschraubter Krone und verschraubtem Gehäuseboden ausgestattet. Die Aquaracer-Modelle in 40 und 34 mm erreichen 200 Meter Wasserdichtigkeit, die 28-mm-Version und die Formula 1 Solargraph sind bis 100 Meter wasserdicht. Bei voller Ladung liefert das Kaliber TH50-00 zehn Monate Autonomie und kann im Energiesparmodus bis zu vier Jahre durchhalten; zehn Minuten Lichtexposition reichen für rund 40 Stunden Laufzeit. Mehr zur Formula 1 Solargraph erfährst du im Beitrag „TAG HEUER gibt mit dem neuen Formular 1 Solargraph Vollgas“.

Cartier, 1847 von Louis-François Cartier gegründet, stellte auf der Watches and Wonders 2021 die Tank Must SolarBeat vor – die erste Solaruhr in der Geschichte des Hauses. Das Design der Tank geht auf das Jahr 1917 zurück, als Louis Cartier eine Uhr entwarf, deren rechteckige Form an die Silhouette des Renault FT von oben erinnert. Die SolarBeat-Technologie nutzt einen eigenständigen Mechanismus: Das Licht gelangt durch die römischen Ziffern auf dem Zifferblatt zu den Photovoltaikzellen. In der Ende 2024 erschienenen überarbeiteten zweiten Generation wurden die Solarzellen direkt in das Werk integriert, während sie bei der ersten Version noch am Zifferblatt befestigt waren. Zusätzlich verbessern Mikro-Perforierungen im gesamten Zifferblatt die Lichtdurchlässigkeit. Das Edelstahlgehäuse ist als Large Model mit 33,7 mal 25,5 mm und als Small Model mit 29,5 mal 22 mm erhältlich. Die Krone trägt einen synthetischen Cabochon-Spinell, die Zeiger bestehen aus gebläutem Stahl in der charakteristischen Schwertform. Während die erste Generation ein Armband aus pflanzlichem Material auf Basis von Apfelresten verwendete, bietet die zweite Generation traditionelles Kalbsleder oder ein Edelstahlband. Die Wasserdichtigkeit liegt bei 3 bar, also etwa 30 Metern, und ist damit für gelegentlichen Wasserkontakt, nicht aber für Schwimmen oder Tauchen ausgelegt. Bei Vollladung erreicht das SolarBeat-Werk eine Dunkelgangreserve von etwa 24 Monaten, und die wiederaufladbare Batterie ist auf eine Lebensdauer von mindestens 16 Jahren ohne Austausch ausgelegt. Wir besprechen die Cartier Tank Must SolarBeat ausführlich in unserem Magazinbeitrag „Warum ich die Cartier Tank Must SolarBeat so cool finde“.

Varianten und Unterschiede im Überblick

Die drei Marken decken mit ihren Solarmodellen unterschiedliche Einsatzbereiche und Gehäusegrößen ab. Tissot bietet mit der PRC 100 Solar in 39 und 34 mm eine alltagstaugliche Sportuhr, ergänzt durch die T-Touch Connect Solar und Connect Sport als multifunktionale, vernetzte Modelle in 47,5 beziehungsweise 43,75 mm. TAG HEUER positioniert die Aquaracer Professional 200 Solargraph in 40 mm als robuste Taucheruhr mit 200 Metern Wasserdichtigkeit und ergänzt die Linie durch 34-mm- und 28-mm-Varianten für schmalere Handgelenke. Die Formula 1 Solargraph in 38 mm richtet sich mit ihrem leichten TH-Polylight-Gehäuse an sportlich orientierte Träger. Cartier bedient mit der Tank Must SolarBeat als Large und Small Model den Bereich der Dresswatch, bei der das rechteckige Gehäuse und die klassische Formensprache im Vordergrund stehen.

Bei der Solartechnologie unterscheiden sich die drei Ansätze deutlich. Tissots Lightmaster-Zellen sitzen unsichtbar unter dem Saphirglas, TAG HEUERs Solargraph-Kaliber nutzen getönte, aber lichtdurchlässige Zifferblätter, und Cartiers SolarBeat-Werk leitet das Licht gezielt durch die perforierten Ziffern zu den im Werk integrierten Solarzellen. Die Dunkelgangreserven reichen von zehn Monaten bei TAG HEUER über 14 Monate bei Tissot bis zu 24 Monaten bei Cartier, wobei TAG HEUERs Energiesparmodus die Reserve auf bis zu vier Jahre verlängern kann.

Auch die Materialwahl setzt unterschiedliche Schwerpunkte. Tissot arbeitet durchgängig mit 316L-Edelstahl in verschiedenen Oberflächenbehandlungen, die T-Touch-Modelle nutzen Titan und Keramik. TAG HEUER setzt in der Aquaracer auf Grad-2-Titan und in der Formula 1 auf das hauseigene TH-Polylight. Cartier bleibt beim klassischen Edelstahlgehäuse mit den markentypischen Designelementen.

Kauf- und Entscheidungshilfe

Wer eine Solaruhr in Betracht zieht, sollte zunächst den vorgesehenen Einsatzzweck klären. Für regelmäßigen Kontakt mit Wasser oder sportliche Aktivitäten eignen sich die Aquaracer-Modelle von TAG HEUER mit ihrer Wasserdichtigkeit von bis zu 200 Metern oder die Tissot PRC 100 Solar mit 100 Metern. Die Cartier Tank Must SolarBeat ist mit 30 Metern nicht für Schwimmen oder Wassersport konzipiert und richtet sich an Träger, die eine formal-elegante Uhr für den Alltag suchen.

Das individuelle Trageverhalten beeinflusst die Wahl des Kalibers. Wer die Uhr häufig unter langen Ärmeln oder in dunklen Umgebungen trägt, profitiert von einer langen Dunkelgangreserve. Cartiers SolarBeat-Werk bietet hier mit 24 Monaten den höchsten Wert, Tissots Lightmaster-Technologie liefert 14 Monate, und TAG HEUERs Solargraph-Kaliber erreichen zehn Monate reguläre Autonomie, lassen sich im Energiesparmodus jedoch auf bis zu vier Jahre strecken.

Die Gehäusegröße spielt ebenfalls eine Rolle. Alle drei Marken bieten verschiedene Größen an, von 28 mm bei TAG HEUER über die kompakten Cartier-Modelle bis hin zu 47,5 mm bei Tissots T-Touch Connect Solar. Die Wahl hängt vom Handgelenkumfang und der persönlichen Präferenz ab. Wer eine besonders leichte Uhr sucht, sollte die Titan-Varianten der Aquaracer oder das TH-Polylight-Gehäuse der Formula 1 Solargraph in Betracht ziehen.

Der Akkumulator einer Solaruhr kann nach vielen Jahren an Kapazität verlieren und erfordert dann einen Serviceeinsatz. Cartier gibt für die SolarBeat-Batterie eine Lebensdauer von mindestens 16 Jahren ohne Austausch an. Bei Uhren mit Wasserdichtigkeit empfiehlt sich eine regelmäßige Dichtheitsprüfung, insbesondere bei Taucheruhren wie der Aquaracer.

Beratung und Service bei ALTHERR

ALTHERR führt Solaruhren von Tissot an den Standorten in Berlin, Köln und Hannover, TAG HEUER in Köln und Hannover sowie Cartier in Berlin und Hannover. In allen Filialen kannst du die Modelle persönlich anprobieren und dich zu den technischen Unterschieden der Solartechnologien beraten lassen. Die Google-Bewertungen der Standorte liegen bei 5,0 in Berlin, 5,0 in Hannover und 4,8 in Köln. Solltest du eine digitale Beratung bevorzugen, stehen wir dir gerne per E-Mail, Telefon und WhatsApp zur Verfügung. Zudem findest du in unserem Magazin und auf unserem YouTube-Kanal hochwertigen Content, der dich bei der Suche nach deiner Traumuhr unterstützt.

Die Garantiebedingungen unterscheiden sich je nach Marke. Tissot gewährt eine Standardgarantie von zwei Jahren, die bei bestimmten Solarmodellen und technisch anspruchsvollen Kalibern auf drei Jahre erweitert wird. TAG HEUER bietet ebenfalls zwei Jahre Herstellergarantie, die du nach Registrierung der Uhr im My-TAG-HEUER-Konto kostenlos auf insgesamt fünf Jahre verlängern kannst. Bei Cartier beträgt die Standardgarantie zwei Jahre, über das Programm Cartier Care ist eine kostenfreie Verlängerung auf bis zu acht Jahre Gesamtdauer möglich. Die Garantieverlängerung bleibt dabei an die Uhr gebunden. Das Team bei ALTHERR unterstützt dich bei der Registrierung und informiert dich über die jeweiligen Bedingungen, damit du den vollen Garantieumfang nutzen kannst.